Bastelidee: „A Bigger Splash“ von David Hockney
Zeitgenössische Kunst geht auch in der Grundschule!
OK, so ganz zeitgenössisch ist das Bild „A Bigger Splash“ von David Hockney heute vielleicht gar nicht mehr, immerhin hat es schon fast 50 Jahre auf dem Buckel – aber wie wollen wir es nennen? Klassische Postmoderne? Für die Kids in der Grundschule ist das eine wie das andere völlig egal – sie wollen was erleben!
Ich habe dieses Mixed Media Projekt mit einer dritten Klasse durchgeführt, das sollte das Mindestalter sein. Man muss schon etwas genauer und konzentrierter arbeiten können. Da das Bild sich auf wenige große geometrische Formen reduzieren lässt, habe ich mich für eine Umsetzung als Papiercollage in Kombination mit Bunt-/Filzstiften entschieden. Aber entscheide selbst, was für Dich am besten passt!
Integriere es in den Unterricht
Du kannst damit natürlich ganz einfach nur eine praktische Kunststunde bzw. Doppelstunde gestalten, aber wenn etwas mehr Zeit zur Verfügung steht, bietet es sich an, im Vorfeld anhand von Fragen gemeinsam mit der Klasse in die Thematik „einzutauchen“. Vor allem wenn es Richtung Ferien- und Sommerzeit geht, finden alle leicht eine Verbindung zu dem Motiv. Hier ein paar Anregungen für Fragen an die Gruppe:
- Was ist das für ein Ort? Wo auf der Welt könnte er sein?
- Wo sind die Menschen auf dem Bild?
- Was für ein Geräusch macht man beim Eintauchen in Wasser? Zähle bis drei und mache das Geräusch und die Bewegung eines großen Spritzers.
- Wie hat der Künstler den Wasserspritzer gemalt? Zeigt es mit einem imaginären Pinsel.
- Wenn Du ins Wasser springst – wie fühlt es sich an? Hast Du eher Angst oder freust Du dich? Hast du dich bereits auf das 1 Meter oder 3 Meter-Brett gewagt?
Zeige den Kids doch ein Porträtfoto des Malers – David Hockney hatte einen sehr eigenen (gelungenen!) Kleidungsstil, ich würde sagen sophisticated british – zum Beispiel als er König Charles mit gelben Crogs besuchte …
Es gibt leider keine frei verfügbare Abbildung von „A Bigger Splash“, die ich auf dieser Website zur Verfügung stellen kann. Mehr zum Bild erfährst Du >> hier bei Wikipedia und für den Unterricht kannst Du >> hier bei der Tate Gallery eine gut druckbare Abbildung herunterladen. Die braucht ihr als Vorlage für die Kids. Let’s go!

Du brauchst pro Kind:
- weißes A4-Papier, mindestens 1
- beiges A4-Papier, 2-3 (ich habe hier alte Briefumschläge verwendet, aber Tonpapier oder Packpapier geht auch, es können auch verschiedene Brauntöne sein, das macht die Anlage einfacher)
- Bleistift, Buntstifte, Wachsmalstifte, Filzstifte, Marker – je nach Gusto
- Lineal (muss nicht sein, ist aber eine gute Lineal-Übung)
- Deckweiß (am besten, wie >>hier beschrieben, portionsweise aus deiner eigenen Materialkiste)
- Schere, Kleber – das Übliche halt.
So geht’s:
Wenn man sich das Bild auf der Website der Tate Gallery genauer anschaut, sieht man, dass es quasi einen ins Bild integrierten „Rahmen“ hat – aus diesem Grund habe ich den Hintergrund als beiges Papier-Quadrat vorher für alle Kids zugeschnitten. Außerdem ist das Original mit knapp 2,50 Meter Kantenlänge ganz schön groß – man kann das >> auf dieser Abbildung gut erkennen.

Schritt 1: weißes Quadrat auf beiges Quadrat
- Auf das beige Papierquadrat kommt ein weißes Papierquadrat – es muss etwas kleiner sein als das beigefarbene, um den erwähnten Rahmen zu erzeugen. Du kannst das vorbereiten, aber ich denke mit etwas Unterstützung bekommen die Kids das hin.
- Das ist zum Beispiel eine prima Möglichkeit, das Lineal oder / und das Geodreieck zum Abmessen zu verwenden und gemeinsam etwas Mathe zu üben. I love it!
- Wenn das beige Basispapier etwa 30×30 cm ist und der umlaufende Rand ca. 3 cm betragen soll, müssen wir also jeweils 6 cm abziehen und das weiße Papier auf 24×24 cm zuschneiden. Rechnet damit, dass das nicht beim ersten Mal klappt 😉
- Dann das weiße Quadrat schön mittig auf das braune aufkleben.

Teil 2: Architektur aus Rechtecken – Haus mit Terrasse
- Jetzt geht es an das Architekturelement, das zentrale Bildmotiv. Auch das ist in meinem Beispiel aus Papier bzw. Karton ausgeschnitten. Ich habe einfach das gleiche Material genommen – was natürlich nicht mit dem Original übereinstimmt, insofern kannst Du gerne eine Farbvariante verwenden. Feel free!
- Die Form kann mit dem Lineal oder Freihand aufgezeichnet werden. Für manche Kinder ist es vielleicht auch hilfreich, zwei Rechtecke zu nehmen und zusammen zu kleben.
- Dann können die Details des Hauses und der Terrasse gezeichnet und gestaltet werden, sowie Himmel, Wasser, Palmen.
- Wenn Du gerne mit Papiercollagen arbeitest, kannst Du natürlich auch Himmel und Wasser aus blauem Papier ausschneiden lassen – das kann dann mit aufgezeichneten Elementen sehr reizvoll aussehen.

Teil 3: Auf zum Fun Part!
- Nun fehlt uns noch das Sprungbrett und der Splash, die kompositorisch das dynamische Gegengewicht zu der statisch horizontalen Terrasse bilden.
- Man kann das Sprungbrett am Pool zeichnen (auch da bietet sich wieder ein Lineal an) oder – was eigentlich hübscher ist – man schneidet es aus Papier in einem schönen kraftvollen Gelb!
- Die Form des Sprungbretts ist nicht ganz so trivial – es ist kein Rechteck und kein Parallelogramm – lasst die Kids einfach ihre Versuche mit der Form machen. Perspektive ist für die 3./4. Klasse noch kein Thema – wichtig ist nur, den Blick dafür zu schärfen.

Was ist eigentlich der Sinn der Übung?
Es geht hier nicht um eine exakte Reproduktion des Originalbildes, sondern um das Schauen lernen und Analysieren. Woraus ist das Bild aufgebaut, was sind die großen Formen? Damit kommen wir spielerisch an kompositorische Aspekte, die dann auf der weiterführenden Schule vertieft werden. Also bitte entspannt bleiben mit den Prozessen und Ergebnissen und nicht an Details rummäkeln!
Ich kann mir auch eine kreative Interpretation vorstellen, zum Beispiel mit ganz anderen Grundfarben.
Und eine lustige Ergänzungsidee: Lasst die Kids ein Foto-Porträt oder ein Selbstgemaltes in den Splash hinein montieren – das ist der letzte Kick!
Kunst mit anderen Fächern verbinden
Du hast es schon gemerkt, man kann hier gerne die Verbindung zu Mathematik unterstreichen. Auch in der Kunst wird gemessen, gerechnet, und es wird in Proportionen gearbeitet.
Viel Spaß dabei!
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Was ich an David Hockney mag – Impressionen zu seinen Arbeiten auf YouTube
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